Ressentiment – das Opium des Volkes
Anstatt komplexe ökonomische oder politische Zusammenhänge zu analysieren, setzt das Ressentiment auf Vereinfachung. Irgendwer muss schuld sein. Strukturelle Probleme werden in personalisierte Schuldfragen übersetzt. Ursachenforschung wird durch Verdacht ersetzt. Parolen und Verschwörungstheorien sind leicht zu produzieren und schwer zu widerlegen. Darin liegt ihre politische Wirksamkeit. Frei nach Nietzsche: Irgendjemand muss schuld sein, dass ich mich schlecht fühle.
Die neue Weltordnung a’la Trump
Das Weiße Haus, die amerikanische Regierung, hat eine neue Sicherheitsstrategie für ihre Innen – und Außenpolitik vorgestellt.[1] Die USA verabschieden sich nach gut 80 Jahren von ihrer Bündnispolitik im Rahmen des NATO-Bündnisses, faktisch ist das ein Austritt aus der NATO. Es soll unter dem Motto „America first“, eine Politik der Stärke auf der Grundlage einer…
Der Feind des Antisemiten ist der Demokrat
Und vielleicht sollte die Hauptlehre aus dem Holocaust sein, dass Demokratie, Individualismus und Freiheit, die universelle Geltung der Menschenrechte, die Gleichheit vor dem Gesetz (Rechtsstaat), die Solidarität (Hilfe) für sozial Schwache (Sozialstaat) gegen Blut, Nation, Identität, Kampf ums Überleben, Autorität und Männerherrschaft verteidigt werden müssen.
Zum 9. November: Unser Vermächtnis
Dokumentation Rede von Jason Stanley (Dokumentiert in der FAZ vom 11.11.25) Ein Jude, schrieb der liberale Rabbiner Leo Baeck, fragt nicht, was er glauben soll, sondern was er tun soll. Was sollen wir heute tun? Eine Rede, die am 9. November in der Frankfurter Synagoge nicht vollständig vorgetragen werden konnte. Am 7. November 1938 erschoss…
Kulturkämpfe, Habitus und kulturelle Hegemonie zusammendenken
Kurzfassung: Es ist fast eine Tautologie (weißer Schimmel), wenn man behauptet, dass Kulturkämpfe, Kämpfe um kulturelle Hegemonie sind. Da ist es naheliegend, die Mittel und den Zweck von Kulturkämpfen als Teil von mit kulturellem Kapital ausgefochtenen Statuskämpfen anzusehen. Kurz, es geht mir darum Gramsci, Bourdieu und Hanno Sauer in der Auseinandersetzung mit dem autoritären National-Radikalismus…